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Selbstverletzendes Verhalten bei Jugend steigt

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Ungelesen 30.09.18, 14:42   #1
TinyTimm
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Standard Selbstverletzendes Verhalten bei Jugend steigt

Zitat:
Immer mehr Teenager nutzen soziale Medien, um ihr selbstverletzendes Verhalten zur Schau zu stellen. Denn für blutige Ritze an den Armen bekommen sie zahlreiche Kommentare und Likes. Emotionale und psychische Probleme werden (unbewusst) durch andere glorifiziert, was wiederum zum Wiederholen des Verhaltens bei den Betroffenen führt.

Ein Teufelskreis. „Der Einfluss sozialer Medien ist diesbezüglich nicht von der Hand zu weisen. Wir wissen, dass bei diesen Verhaltensweisen durchaus ,Ansteckungseffekte‘ existieren“, erklärt der Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der MedUni Wien, Dr. Paul Plener, im City4U-Gespräch.

Laut einer aktuellen Studie der MedUni Wien liegt Österreich, was die Zahl der Jugendlichen die sich selbst verletzen, betrifft, im europäischen Mittelfeld. Der Leiter der Studie, Dr. Paul Plener: „Die Gründe für selbstverletzendes Verhalten sind vor allem in der Emotionsregulation zu suchen. So beschreiben die meisten Jugendlichen, dass sie einen zuvor stark aversiv erlebten Zustand von Anspannung und negativen Emotionen durch selbstverletzendes Verhalten unterbrechen können. Risikofaktoren für selbstverletzendes Verhalten sind etwa Mobbingsituationen und psychische Erkrankungen.“

self harm hurts: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]

Jedoch dürfen in Punkto Risikofaktoren nicht die sozialen Medien außer Acht gelassen werden. Sucht man auf Instagram nach plakativ-einfachen Begriffen wie #cutting oder #selfharm poppen sogleich Millionen Bilder von hauptsächlich selbstzugefügten Schnittverletzungen auf. Mehrere Hundert Likes und Dutzende Kommentare sind unter jedem Bild zu finden. Das selbstzerstörerische Verhalten wird in den sozialen Medien von bestimmten Usern mit „Gefällt mit“-Buttons unterstützt.


Gibt man zum Beispiel #cutting ein, erscheint dieses Pop-Up, das aber auch gleich wieder verschwindet und mehr als fünf Mio. Selbstverletzungs-Posts kommen zum Vorschein.

Führt das dazu, dass die Betroffenen eher weitermachen um wieder diese Aufmerksamkeit generieren zu können? „Die Frage ist relativ komplex, da bei der Beantwortung natürlich große Einflüsse sozialer Erwünschtheit und das entsprechende Stigma reinspielen. Nach der neuen Meta-Analyse von Taylor spielen für weniger als die Hälfte der Befragten, die sich Selbstverletzungen zufügen, interpersonelle Funktionen eine Rolle. Viel wichtiger ist für die meisten die Beeinflussung des eigenen emotionalen Zustandes", beschreibt Plener. Das erzählt auch die 25-jährige Sarah im City4U-Talk: „Immer wenn es mir schlecht ging und ich das Gefühl hatte weinen reicht nicht, habe ich mich geritzt. Das hat den Schmerz einfach abgeschwächt, weil man ihn nicht nur mehr ,in sich‘, sondern auch real hat. Das hat den inneren Schmerz leichter gemacht.“

Begonnen hat Sarah mit den Selbstverletzungen als sie 17 Jahre alt war. Bei den meisten Betroffenen beginnt es in der Teenagerzeit. Dazu erläutert Plener: “Überall dort, wo Jugendliche engen Kontakt zueinander haben - wie in Schulklassen oder eben auch im Netz - existieren ,Ansteckungseffekte‘. Wir haben diesbezüglich in unserer Arbeitsgruppe die Plattform Instagram untersucht und gesehen, dass es hier deutliche Verstärkungseffekte gibt in dem Sinn, dass etwa das Posten von schwereren Verletzungen auch zu deutlich mehr Kommentaren und Likes führt."

cuttin quotes - Hilfe: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]

Eine Studie, die im Journal of Abnormal Psychology im Jahr 2013 veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, das Personen eher dazu neigen, sich selbst zu verletzen, wenn sie es auch bei engen Bekannten sehen. Ebenso wurde herausgefunden, dass viele, die sich später selbst verletzen, es zuerst von einem Freund gehört hatten. Doch der Zusammenschluss von Betroffenen aus sozialen Plattformen kann genauso nützlich sein, wie der Austausch in Selbsthilfegruppen. Laut einer Metastudie kann es durchaus auch einen positiven Effekt haben, wenn sich Menschen mit ähnlichen psychischen Problemen miteinander austauschen.

Ein wichtiger Punkt bei Foren oder Hashtags dieser Art ist aber, dass die Bilder von Selbstverletzungen nicht zu etwas ähnlich Banalem wie die Bilder von dem letzten Ausflug mit der besten Freundin werden. Auf einer Plattform wie Instagram, auf der eigentlich dem Schönen gefrönt wird und das Leben in anstrengender Inszenierung perfekter als es eigentlich ist, dargestellt wird, sollte nicht auf den Hashtag vom Mittagessen jener von Fleischwunden auf Armen von Jugendlichen folgen. Das könnte dann dazu führen, dass selbstverletzendes Verhalten als etwas „Normales“ angesehen werden könnte. Instagram lässt deshalb seit geraumer Zeit Pop-Ups aufkommen, wenn man nach belasteten Hashtags wie #selfharm sucht. Darauf stehen Hinweise auf Beratungseinrichtungen. Klickt man das Pop-Up jedoch weg, sieht man trotzdem alle Bilder von Selbstverletzungen.

Der Großteil der Teenager mit selbstverletzendem Verhalten leidet jedoch an einem psychiatrischen Problem, welches behandelt werden muss und weder durch Soziale Medien allein ausgelöst wurde, noch von ihnen allein gelöst werden kann. „Es geht in der Therapie häufig darum, andere Alternativen für emotional schwer erträgliche Zustände zu erarbeiten und diese auch einzuüben. Eltern können dabei als Partner fungieren. Es ist wenig hilfreich dem Kind ein Ultimatum zu setzen, das erhöht in aller Regel den Druck“, weiß Plener. Den Ausstieg aus dem selbstzerstörerischen Verhalten kann man immer schaffen: „Ich habe mich in Therapie begeben und auch eine Zeit lang Anti-Depressiva genommen. Wenn ich jetzt merke, ich komme in so eine Situation, nehme ich dann eher etwas zur Beruhigung ein, bevor es so weit kommt“, bekräftigt Sarah.
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Ich bin nicht rechts und ich bin nicht links. Ich denke selber.
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